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Akupunktur: wer sie ausüben darf und wann die Kasse zahlt
Akupunktur ist ein invasiver Eingriff. Wer sie ausüben darf, wie eine Sitzung abläuft und bei welchen Beschwerden die Krankenkasse sie übernimmt.
Akupunktur gehört zur traditionellen chinesischen Medizin und bedeutet das Setzen sehr dünner Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers. Unter den Verfahren auf diesen Seiten nimmt sie eine Sonderstellung ein: Weil Nadeln die Haut durchdringen, handelt es sich um einen invasiven Eingriff und nicht um ein Wellnessangebot. Das ist keine Formalie für das Kleingedruckte, sondern das Erste, was du klären solltest, bevor du irgendwo einen Termin machst. Akupunktur bedeutet das Setzen dünner Nadeln an bestimmten Körperpunkten und ist ein invasiver Eingriff. Auf Zeen Connect prüfst du vor der Buchung die Qualifikation. Invasiver Eingriff — die Qualifikation entscheidet. Nadeln sind steril und für den einmaligen Gebrauch. Bei bestimmten Schmerzformen ist sie Kassenleistung. Wer Akupunktur ausüben darf. In Deutschland ist Akupunktur Heilkunde. Ausüben dürfen sie approbierte Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Zusatzqualifikation sowie Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker. Für dich heißt das: Frag vor dem ersten Termin direkt nach — welche Qualifikation liegt vor, und wo wurde die Akupunkturausbildung absolviert. Ärztliche Zusatzbezeichnungen und Diplome anerkannter Fachgesellschaften sind ein brauchbarer Anhaltspunkt, und seriöse Praxen antworten darauf ohne Zögern. Bleibt die Antwort aus oder wird auf einen kurzen Wochenendkurs verwiesen, such dir jemand anderen. Ebenso wichtig ist die Hygiene: Nadeln müssen steril, einzeln verpackt, für den einmaligen Gebrauch bestimmt und vor deinen Augen geöffnet werden. Der Raum sollte den Eindruck einer Praxis machen und nicht den eines Wellnessstudios. Bei Zweifeln lohnt eine Nachfrage bei der zuständigen Ärztekammer oder dem Gesundheitsamt. Wann die Krankenkasse zahlt. Ein für den deutschen Markt wichtiger Punkt, der oft unbekannt ist: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Akupunktur seit 2007 bei zwei klar umrissenen Indikationen — bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und bei chronischen Schmerzen durch Kniegelenkarthrose, jeweils wenn die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen. Vorgesehen ist eine begrenzte Zahl von Sitzungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, und die Behandlung muss von einer Ärztin oder einem Arzt mit entsprechender Qualifikation erbracht werden. Für alle anderen Anwendungsbereiche gilt Akupunktur als Selbstzahlerleistung. Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen regeln das unterschiedlich, teils großzügiger. Kläre Umfang und Voraussetzungen vorab mit deiner Kasse und lass dir bestätigen, dass die behandelnde Person abrechnungsberechtigt ist — das erspart unangenehme Überraschungen. Wie eine Sitzung abläuft. Der erste Termin beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Beschwerden, Schlaf, Verdauung, Energie und Krankengeschichte. Zur Untersuchung in der traditionellen chinesischen Medizin gehören auch das Betrachten der Zunge und das Tasten des Pulses an beiden Handgelenken. Danach legst du dich auf die Behandlungsliege, und es werden Nadeln gesetzt — üblicherweise fünf bis zwanzig, an Armen, Beinen, Bauch, Rücken oder Ohren, je nach Ansatz. Die Nadeln sind deutlich dünner als jene für eine Blutentnahme. Beim Setzen spüren die meisten kaum etwas, mitunter einen kurzen Piks oder ein Gefühl von Schwere und Wärme rund um die Nadel. Anschließend liegst du etwa zwanzig bis dreißig Minuten ruhig, während zwischendurch nach deinem Befinden gesehen wird. Der gesamte Termin dauert 45 bis 60 Minuten. Danach fühlen sich manche entspannt und müde, andere belebt; gelegentlich entsteht an einer Einstichstelle ein kleiner blauer Fleck, was harmlos ist und von selbst vergeht. Plane für den ersten Termin etwas mehr Zeit ein, weil das Erstgespräch deutlich länger dauert als bei Folgeterminen. Vorsicht und Einordnung der Studienlage. Bei qualifizierter Ausführung gilt Akupunktur als vergleichsweise sicher, ist aber nicht risikofrei. Vorsicht ist geboten bei blutverdünnenden Medikamenten und Gerinnungsstörungen, bei Herzschrittmachern im Fall von Elektroakupunktur, bei geschwächtem Immunsystem und bei Hautinfektionen an der Einstichstelle. In der Schwangerschaft sind bestimmte Punkte nicht vorgesehen, weshalb du eine Schwangerschaft unbedingt mitteilen solltest. All das gehört vor die erste Nadel, nicht danach. Zur Wirksamkeit: Akupunktur ist besser untersucht als die meisten anderen Verfahren hier, und bei bestimmten Schmerzformen sowie bei Übelkeit berichten Studien über positive Effekte — strittig bleibt, welcher Anteil auf die Technik selbst und welcher auf die Behandlung als Ganzes entfällt. Verordnete Therapien setzt du nie ohne ärztliche Rücksprache ab.
Häufig gestellte Fragen
Tut Akupunktur weh?
Meist nicht. Die Nadeln sind deutlich dünner als jene für eine Blutentnahme; beim Setzen spürt man oft nur einen kurzen Piks, danach eventuell Schwere oder Wärme. Scharfer Schmerz ist nicht vorgesehen — melde ihn sofort.
Zahlt die Krankenkasse Akupunktur?
Die gesetzlichen Kassen übernehmen sie bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und bei Kniegelenkarthrose, wenn die Beschwerden seit mindestens sechs Monaten bestehen und die Behandlung ärztlich qualifiziert erbracht wird. Sonst ist sie Selbstzahlerleistung.
Wie prüfe ich die Qualifikation?
Frag direkt nach Approbation oder Heilpraktikererlaubnis und danach, wo die Akupunkturausbildung absolviert wurde. Seriöse Praxen antworten sofort. Bei einem invasiven Eingriff ist diese Nachfrage völlig angemessen.
Kann Akupunktur meine Medikamente ersetzen?
Nein. Verordnete Therapien niemals ohne Rücksprache mit der verordnenden Ärztin oder dem Arzt absetzen oder verändern. Wer dir von Medikamenten oder Arztbesuchen abrät, handelt unverantwortlich.
Quellen und weitere Informationen
Informationsinhalt der Zeen-Connect-Redaktion; kein Ersatz für medizinische Beratung.
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