Zeen Connect
Atemarbeit: zwei sehr unterschiedliche Welten unter einem Namen
Atemarbeit reicht von ruhigen Übungen bis zu intensiven Sessions. Wie ein Workshop abläuft, wann Vorsicht gilt und wie du sichere Anleitung findest.
Atmen ist die einzige Körperfunktion, die von allein läuft und die wir trotzdem jederzeit übernehmen können. Genau deshalb ist der Atem zum zentralen Werkzeug moderner Entspannung geworden. Unter dem Begriff Atemarbeit versammeln sich allerdings zwei sehr verschiedene Dinge: ruhige Übungen von wenigen Minuten und intensive Gruppensessions über eine Stunde, die starke körperliche und emotionale Reaktionen auslösen können. Wer das vorher nicht weiß, bucht leicht das Falsche. Atemarbeit reicht von kurzen Beruhigungsübungen bis zu intensiven Gruppensessions. Auf Zeen Connect findest du Anbieter von Atemarbeit und aktuelle Termine. Von sanften Übungen bis zu intensiven Gruppensessions. Einmal gelernt, überall und ohne Hilfsmittel anwendbar. Anbieter nach Ansatz, Ausbildung und Format vergleichen. Die beruhigende Seite. Hierhin gehören verlängerte Ausatmung, Bauchatmung, Kohärenzatmung und ähnliche Übungen. Sie werden im Sitzen oder Liegen angeleitet, dauern zwischen zwanzig und sechzig Minuten und verfolgen ein einfaches Ziel: den Körper herunterfahren. Die zuverlässigste Einstiegsübung ist die verlängerte Ausatmung — vier Zählzeiten ein, sechs oder acht Zählzeiten aus. Sie wirkt, weil eine längere Ausatmung den Herzschlag natürlich beruhigt, und sie ist einfach genug, dass man sie sich auch in angespannten Momenten merkt. Für den Schlaf greifen viele auf langsame Bauchatmung im Liegen zurück, eine Hand auf dem Bauch, um die Bewegung zu spüren. Vor konzentrierter Arbeit eignet sich gleichmäßiges Atmen mit gleich langem Ein- und Ausatmen besser. Der eigentliche Gewinn liegt hier nicht im Workshop, sondern darin, dass du eine Technik mitnimmst, die dauerhaft verfügbar bleibt. Die intensive Seite. Bei den intensiven Formen wird über längere Zeit schneller und tiefer geatmet, meist zu Musik und in der Gruppe, oft ein bis zwei Stunden. Die körperlichen Reaktionen sind deutlich: Kribbeln in Händen und Gesicht, Verkrampfungen der Finger, Kälte- oder Hitzegefühle, häufig auch Tränen oder Lachen. Für viele ist das eine entlastende Erfahrung, für manche schlicht zu viel. Eine gute Anleitung sagt das vorher, bleibt während der gesamten Session im Raum, geht herum und macht ausdrücklich klar, dass man jederzeit verlangsamen oder aufhören darf. Am Ende folgen ruhiges Liegen und oft ein Abschlusskreis. Praktisch: mit leerem oder leichtem Magen kommen, bequeme Kleidung, und danach nichts Anspruchsvolles einplanen — auch keine längere Autofahrt direkt im Anschluss. Wann Vorsicht geboten ist. Bei ruhigen Übungen ist das Risiko gering. Bei den intensiven Formen gilt das nicht. Zurückhaltung ist angebracht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck, Epilepsie, Glaukom, Netzhautablösung, Aneurysmen, in der Schwangerschaft sowie bei ernsteren psychischen Belastungen wie Psychose, bipolarer Störung oder unverarbeiteter Traumatisierung. In diesen Fällen sprich zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und informiere die Anleitung vorab. Das Kribbeln in den Händen ist übrigens eine bekannte, harmlose Begleiterscheinung des schnelleren Atmens und verschwindet, sobald du langsamer wirst — eine seriöse Anleitung erklärt das im Voraus, statt es geschehen zu lassen. Atemarbeit ist keine medizinische Behandlung, ersetzt keine Psychotherapie und heilt keine Erkrankungen. Womit anfangen. Wer den Atem zum ersten Mal bewusst nutzen will, beginnt am besten mit einer einzigen Übung statt mit einem ganzen Repertoire. Die verlängerte Ausatmung reicht für den Anfang völlig aus: dreimal täglich zwei Minuten, immer zur gleichen Gelegenheit — nach dem Aufwachen, vor dem Mittagessen, vor dem Einschlafen. Feste Anlässe funktionieren besser als der Vorsatz, es irgendwann am Tag zu tun. Nach ein bis zwei Wochen merken die meisten, dass die Übung auch in unruhigen Momenten von selbst auftaucht, und genau darum geht es: Der Nutzen entsteht nicht im geschützten Rahmen, sondern in der Warteschlange, im Stau oder vor einem schwierigen Gespräch. Erst danach lohnt es sich, weitere Techniken auszuprobieren. Intensive Formate bleiben dabei ausdrücklich der angeleiteten Gruppe vorbehalten und sind nichts zum eigenständigen Ausprobieren zu Hause — dort treten die stärkeren Reaktionen auf, und dort ist die Anwesenheit einer erfahrenen Anleitung wichtig. Wie du sichere Anleitung findest. Kläre zuerst, welche der beiden Welten ein Angebot meint. Eine Beschreibung mit "tiefe Entspannung und Beruhigung" ist etwas völlig anderes als eine mit "intensive Erfahrung" oder "Prozessarbeit" — wenn es unklar bleibt, frag vor der Buchung nach. Bei intensiven Formaten zählt Sicherheit mehr als alles andere: Werden Kontraindikationen genannt? Wird nach dem Gesundheitszustand gefragt? Bleibt die Anleitung durchgehend präsent? Wird Druck ausgeübt, weiterzumachen? Frag außerdem nach Ausbildung und danach, wie lange die Person schon Gruppen leitet. Versprechen über schnelle therapeutische Wirkung oder die Heilung von Beschwerden sind ein Grund zur Vorsicht, nicht zur Begeisterung. Für den Einstieg ist ein beruhigender Gruppenworkshop der sicherste Weg. Auf Zeen Connect zeigen Profile Ansatz, Ort und Format.
Häufige Fragen
Muss ich meditieren können?
Nein. Atemarbeit fällt vielen leichter als Meditation, weil es eine konkrete Aufgabe gibt — dem Atem folgen — statt der Anweisung, nicht zu denken. Die meisten Workshops sind ausdrücklich für Anfängerinnen und Anfänger gedacht.
Warum kribbeln meine Hände beim intensiven Atmen?
Das ist eine bekannte und harmlose Begleiterscheinung des schnelleren Atmens und lässt nach, sobald du langsamer atmest. Eine gute Anleitung kündigt das vorher an. Wird es unangenehm, verlangsame — Durchhalten ist nie nötig.
Wann ist Atemarbeit nicht geeignet?
Bei intensiven Formaten gilt Vorsicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck, Epilepsie, Glaukom, in der Schwangerschaft und bei ernsteren psychischen Belastungen. Sprich vorher ärztlich ab und informiere die Anleitung.
Kann Atemarbeit eine Therapie ersetzen?
Nein. Atemarbeit unterstützt das Wohlbefinden, ist aber weder Psychotherapie noch medizinische Behandlung. Bei Angst, Depression oder Traumatisierung nutze sie höchstens ergänzend und sprich mit deiner Therapeutin oder deinem Therapeuten darüber.
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